».... Der Revisor ist aufgeführt worden -- und mir ist so seltsam, so traurig zumute ... Ich ahnte, ich wußte im voraus, wie es kommen würde, und doch hat sich ein Gefühl tiefer Niedergeschlagenheit und herber Enttäuschung meiner bemächtigt. Mein eigenes Werk kam mir unausstehlich, fremd und gar nic…
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Abriß aus einem Brief (1841) den der Autor bald nach der ersten Aufführung an einen Schriftsteller richtete
».... Der Revisor ist aufgeführt worden -- und mir ist so seltsam, so traurig zumute ... Ich ahnte, ich wußte im voraus, wie es kommen würde, und doch hat sich ein Gefühl tiefer Niedergeschlagenheit und herber Enttäuschung meiner bemächtigt. Mein eigenes Werk kam mir unausstehlich, fremd und gar nicht wie mein eigenes vor. Die Hauptrolle mißriet vollständig; das hatte ich schon vorausgesetzt. Dürr begriff absolut nicht, was Chlestakoff bedeutet. Er machte aus ihm eine Art Alnaskaroff, von der Sorte landläufiger Vaudeville-Schelme, die sich im Gefolge der Pariser Theaterstücke bei uns breit zu machen beliebten. Er machte einen ganz gewöhnlichen Schwindler aus ihm, eine armselige Figur, wie sie seit zweihundert Jahren in ein und derselben Maske auftritt. Ist denn wirklich aus der Rolle selber nicht zu erkennen, was Chlestakoff bedeutet? Oder war ich selber bis heute von einem blinden Dünkel besessen, reichte mein Können nicht aus, um diesen Charakter zu meistern, so daß sich für den Schauspieler keine Spur, kein Fingerzeig bot? Und mir erschien er so klar. Chlestakoff ist ganz und gar kein Betrüger, kein Lügner von Profession; er vergißt selber, daß er lügt, und glaubt beinahe selber an das, was er faselt. Er läßt sich gehen, ist gut aufgelegt; sieht, daß alles nach Wunsch geht, daß er umdienert wird; und gerade deshalb redet er flotter, ungezwungener, frisch von der Leber weg, plaudert sorglos ins Blaue hinein, und zeigt sich namentlich beim Lügen in seiner wahren Gestalt. Unsere Schauspieler verstehen überhaupt nicht zu lügen. Sie bilden sich ein, lügen hieße weiter nichts, als dummes Geschwätz m
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