"Hermann Lauscher" by Hermann Hesse is a collection of writings published in 1900. This early work presents the anguish and creative struggles of a young poet seeking to understand himself and his surroundings. Originally printed in a limited edition for a small circle of friends, the book remained largely unknown until its republication in 1920. Hesse later added two additional pieces from the same period, describing the collection as a confessional book for himself and his friends. (This is an automatically generated summary.)
Así empieza
Die schöne alte Stadt Kirchheim war soeben von einem kurzen sommerlichen
Regen abgewaschen worden. Die roten Dächer, die Wetterfahnen und
Gartenzäune, die Gebüsche und die Kastanienbäume auf den Wällen glänzten
freudig neu und stattlich, und der steinerne Konrad Widerhold mit seiner
steinernen Ehehälfte freute sich still beglänzt seines noch rüstigen
Alters. Durch die gereinigten Lüfte schien die Sonne schon wieder mit
kräftiger Wärme herab, in den letzten hangenden Regentropfen des Gezweiges
blitzende Funkenspiele entzündend, und die freundliche breite Wallstraße
floß vom Glanze über. Kinder sprangen einen fröhlichen Reihen, ein Hündlein
kläffte jauchzend ihnen nach, die Häuserzeile entlang flatterte in
unruhigen Bögen ein gelber Schmetterling.
Unter den Kastanien des Walls, auf der dritten Ruhebank rechts von der
Post, saß neben seinem Freunde Ludwig Ugel der durchreisende Schöngeist
Hermann Lauscher und erging sich in heitern und anmutigen Gesprächen über
die Wohltat des niedergefallenen Regens und die wieder hervortretende Bläue
des Himmels. Er knüpfte daran phantasierende Betrachtungen über Dinge, die
ihm am Herzen lagen, und lustwandelte nach seiner Gewohnheit unermüdet auf
dem Anger seiner Redekunst. Während der langen schönen Reden des Dichters
lugte der stille und vergnügte Herr Ludwig Ugel öftere Male scharf über die
Boihinger Landstraße hinaus, in Erwartung eines Freundes, der von dorther
eintreffen sollte.
»Ists nicht, wie ich sage?« rief der Dichter lebhaft aus und erhob sich ein
wenig von der Sitzbank; denn die schlechte Lehne war ihm unbequem, auch war
er auf einem Stücklein dürren Zweiges gesessen. »Ists nicht so?« rief er
aus und entfernte mit der Linken das Holzstück und dessen Eindruck auf
seiner Hose. »Das Wesen der Schönheit muß im Lichte liegen!
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