"Deutsche Sagen" by Jacob Grimm and Wilhelm Grimm is a two-volume collection published in 1816 and 1818. This compilation presents 579 summaries of German folk tales and legends, drawing from both oral traditions and literary sources. The first volume features magical tales of dwarves, giants, ghostly apparitions, and the concerns of common people. The second volume shifts to historical legends, spanning from ancient Germanic times through the medieval period, blending folklore with scholarly documentation of cultural memory. (This is an automatically generated summary.)
Así empieza
Die drei Bergleute im Kuttenberg.
Mündlich in Hessen.
In Böhmen liegt der Kuttenberg, darin arbeiteten drei Bergleute lange
Jahre und verdienten damit für Frau und Kind das Brot ehrlich. Wann sie
Morgens in den Berg gingen, so nahmen sie dreierlei mit: erstens ihr
Gebätbuch, zweitens ihr Licht, aber nur auf einen Tag mit Öhl versehen,
drittens ihr Bischen Brot, das reichte auch nur auf einen Tag. Ehe sie
die Arbeit anhuben, thaten sie ihr Gebät zu Gott, daß er sie in dem
Berge bewahren mögte und darnach fingen sie getrost und fleißig an zu
arbeiten. Es trug sich zu, als sie einen Tag gearbeitet hatten und es
bald Abend war, daß der Berg vornen einfiel und der Eingang verschüttet
wurde. Da meinten sie begraben zu seyn und sprachen: “ach Gott! wir
armen Bergleute, wir müssen nun Hungers sterben! wir haben nur einen
Tag Brot zu essen und einen Tag Öhl auf dem Licht!” Nun befahlen sie
sich Gott und dachten bald zu sterben, doch wollten sie nicht müßig
seyn, so lange sie noch Kräfte hätten, arbeiteten fort und fort und
bäteten. Also geschah es, daß ihr Licht sieben Jahr brennte und ihr
kleines Bischen Brot, von dem sie tagtäglich aßen, ward auch nicht
all, sondern blieb eben so groß und sie meinten, die sieben Jahre wären
nur ein Tag. Doch da sie sich nicht ihr Haar schneiden und den Bart
abnehmen konnten, waren diese ellen-lang gewachsen. Die Weiber hielten
unterdessen ihre Männer für todt, meinten sie würden sie nimmermehr
wiedersehen und dachten daran, andere zu heirathen.
Nun geschah es, daß einer von den dreien unter der Erde, so recht aus
Herzensgrund, wünschte: “ach! könnt ich noch einmal das Tageslicht
sehen, so wollt’ ich gerne sterben!” Der Zweite sprach: “ach! könnt
ich noch einmal daheim mit meiner Frau zu Tische sitzen und essen, so
wollt’ ich gerne sterben!”
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