"Bahnwärter Thiel" by Gerhart Hauptmann is a novella written in 1887 and published in 1888. This naturalist work follows Thiel, a dutiful railway watchman haunted by his first wife's death. When his domineering second wife mistreats his son Tobias, Thiel retreats into visions while struggling between loyalty and guilt. His isolated world begins to fracture when family life invades his sacred workspace, setting in motion a devastating chain of events that will test the boundaries of his increasingly fragile mind. (This is an automatically generated summary.)
Así empieza
Allsonntäglich saß der Bahnwärter Thiel in der Kirche zu Neu-Zittau,
ausgenommen die Tage, an denen er Dienst hatte oder krank war und zu
Bette lag. Im Verlaufe von zehn Jahren war er zweimal krank gewesen;
das eine Mal infolge eines vom Tender einer Maschine während des
Vorbeifahrens herabgefallenen Stückes Kohle, welches ihn getroffen
und mit zerschmettertem Bein in den Bahngraben geschleudert hatte;
das andere Mal einer Weinflasche wegen, die aus dem vorüberrasenden
Schnellzuge mitten auf seine Brust geflogen war. Außer diesen beiden
Unglücksfällen hatte nichts vermocht, ihn, sobald er frei war, von der
Kirche fernzuhalten.
Die ersten fünf Jahre hatte er den Weg von Schön-Schornstein, einer
Kolonie an der Spree, herüber nach Neu-Zittau allein machen müssen.
Eines schönen Tages war er dann in Begleitung eines schmächtigen und
kränklich aussehenden Frauenzimmers erschienen, die, wie die Leute
meinten, zu seiner herkulischen Gestalt wenig gepaßt hatte. Und wiederum
eines schönen Sonntag Nachmittags reichte er dieser selben Person am
Altare der Kirche feierlich die Hand zum Bunde fürs Leben. Zwei Jahre
nun saß das junge, zarte Weib ihm zur Seite in der Kirchenbank; zwei
Jahre blickte ihr hohlwangiges, feines Gesicht neben seinem vom Wetter
gebräunten in das uralte Gesangbuch --; und plötzlich saß der Bahnwärter
wieder allein wie zuvor.
An einem der vorangegangenen Wochentage hatte die Sterbeglocke geläutet:
das war das Ganze.
An dem Wärter hatte man, wie die Leute versicherten, kaum eine
Veränderung wahrgenommen. Die Knöpfe seiner sauberen Sonntagsuniform
waren so blank geputzt als je zuvor, seine roten Haare so wohl geölt und
militärisch gescheitelt wie immer, nur daß er den breiten, behaarten
Nacken ein wenig gesenkt trug und noch eifriger der Predigt lauschte
oder
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